Abkürzungen:
CDF = Club für Dalmatinerfreunde e.V.DDC = Deutscher Dalmatinerclub von 1920 e.V.
Dh = Dalmatinerhilfe e.V.
DiN = Dalmatiner in Not
DVD = Dalmatinerverein Deutschland e.V.
ED = Ellenbogengelenksdysplasie
FCI = Fédération Cynologique Internationale (Internationaler Dachverband in dem der VDH Mitglied ist)
HD = Hüftgelenksdysplasie
HUA = High Uric Acid = Hoher Harnsäurespiegel
LUA = Low Uric Acid = NUA = normaler / niedriger Harnsäurespiegel
NUA = Normal Uric Acid = LUA
VDH = Verband für das Deutsche Hundewesen (Nationaler Verband für Hundezuchtvereine in Deutschland)
Erklärungen
Audiometrie
Untersuchung des
Gehörs mit Elektroden meist unter leichter Betäubung.
So kann der Tierarzt auch einseitige Taubheit
feststellen. Immer mehr Tierärzte haben nun
Audiometriegeräte. Wenn Sie einen ungetesteten
Dalmatiner, Dalmamix oder anderen Hund mit weiß
oder Merlefaktor haben, lassen Sie ihn testen.
Taubheit ist ein oft gar nicht erkanntes Problem und
der Besitzer denkt, sein Hund sei stur.
Zur Zuchtzulassung im VDH und bei Pro dalmatian muß
ein Dalmatiner nachweislich beidseitig hörend sein.
Zwischenzeitlich werden auch alle Welpen im VDH
gehörgetestet, damit die Vererber der Taubheit besser
eingegrenzt und dem Welpenkäufer sicher mitgeteilt
werden kann, ob sein Welpe beidseitig, einseitig oder
gar nicht hören kann.
Bronze-Syndrom
Als Dalmainer-Bronze-Syndrom bezeichnet man die orange/rötliche
Verfärbung des Fells. Dies kann durch Übersäuerung entstehen
aber auch durch Lecken wegen Allergien, Pilzen, Bakterien,.....
Syndrom bezeichnet nur die Auswirkung des Problems und sagt
nichts über die mögliche Ursache aus.
Ellenbogengelenksdysplasie
Ellenbogengelenksdysplasie wird zum einen vererbt, zum anderen durch falsche oder zu energiereiche Ernährung des Welpen verstärkt. Starke Gewichtszu- oder abnahme fördern die Erkrankung. Erste Symptome treten oft zwischen dem 4. und 10. Lebensmonat auf. Die erkrankten Hunde zeigen häufig eine Auswärtsstellung der Vorderpfoten, die Ellbogengelenke werden eng am Körper gehalten. Tritt eine Lahmheit auf, ist diese anfangs nur zeitweise, stärker nach Ruhe und/oder Belastung und verstärkt sich im weiteren Krankheitsverlauf oft bis zur hochgradigen Lahmheit. Bei längerer Krankheitsdauer kann sich eine Muskelatrophie der Oberarmmuskulatur entwickeln. Die Gelenke sind vermehrt gefüllt und schmerzhaft bei Manipulation (passiver Bewegung und Druck). Bestehen schon erhebliche Arthrosen, können Reibegeräusche hörbar sein und Bewegungseinschränkungen des Gelenkes vorhanden sein. Betrifft meist große Hunderassen (z.B. Retriever), kommt beim Dalmatiner aber kaum vor.Betroffene Hunde können je nach Art der Ellenbogengelenksdysplasie durch Futterumstellung oder Operation behandelt werden.
Angaben zur Ellenbogengelenksdysplasie:
ED 0 = Athrose frei
ED 1 = leichte Athrose
ED 2 = mittlere Athrose
ED 3 = schwere Athrose
Hüftgelenksdysplasie
Fehlstellung des Hüftgelenkes. Da Knochen und Gelenkpfanne nicht richtig passen, kommt es zu falscher Abnutzung und dadurch zu schmerzhaften Entzündungen. Im schlimmsten Fall kann der Hund nicht mehr aufstehen vor Schmerz. Deshalb werden Hunde mit mittlerer und schwerer HD seit Generationen im VDH aus der Zucht ausgeschlossen. Dazu muß der erwachsene Hund geröntgt werden, um HD schon vor Krankheitssymptomen zu erkennen. Kommt beim Dalmatiner kaum vor. Im Extremfall hilft nur ein künstliches Hüftgelenk, leichtere Fälle bekommen Goldimplantate an die Wirbelsäule zur Schmerzbekämpfung oder es werden einfach die Nerven durchtrennt.Angaben zur Hüftgelenksdysplasie:
HD A = HD frei, kein Hinweis auf Hüftgelenksdysplasie
HD B = HD Verdacht, Übergangsform
HD C = HD leicht
HD D = HD mittel (beim Dalmatiner von der Zucht ausgeschlossen)
HD E = HD schwer (beim Dalmatiner von der Zucht ausgeschlossen)
Lemon / Orange
Als Fellfarbe beim Dalmatiner sind nur weiße Hunde mit
dunkelbraunen Tupfen oder schwarzen Tupfen
erlaubt. Tricolor oder hellbraune Tupfen sind im vom kroatischen
Dalmatinerzuchtverein festgelegten Rassestandard ein Fehler und
von der Zucht ausgeschlossen. Es gibt aber sehr selten immer
noch Dalmatiner mit hellbraunen Tupfen, da das Gen wie das für
dunkelbraune Tupfen rezessiv vererbt wird. Wie beim Labrador
Retriever gibt es die (Tupfen-)Farben schwarz, dunkelbraun und
hellbraun(=blond=lemon=orange). Einen hellbraun getupften
Dalmatiner nennt man je nach Nasenfarbe lemon (schwarze Nase)
oder orange (braune Nase). Die Nasenfarbe hat jedoch keinen
Einfluss auf die Intensität der Punktefarbe. Es wurden noch nie
ausreichend Lemondalmatiner geboren, um eine Aussage über
Gesundheit oder Hörvermögen der "blonden" Dalmatiner zu machen.
Es gibt einfach nicht genug Hunde für eine aussagekräftige
Statistik. Trotzdem kursiert aktuell das Gerücht, lemon wäre ein
Pigmentmangel und würde zu Taubheit führen. Wer
widerspricht wird als unwissend lächerlich gemacht. Grund dafür
ist, dass es sich wesentlich besser anhört, dass man eine Farbe
mittels Gentest ausrottet, weil die betroffenen Hunde kranker
wären als andere, statt sich selbst einzugestehen, dass es
vollkommen willkürlich festgelegt wurde, welche Farbe erwünscht
ist und welche nicht. Ich habe in meinem dalmatinerverrückten
Leben (über 50 Jahre Dalmatiner) nur 5 Lemon/Orangedalmatiner
kennengelernt. Keiner war taub. Keiner war krank. Wenn man die
Zuchtbücher der 4 VDH-Dalmatinerzuchtvereine liest, finden sich
kaum Lemon. 2025 ist mir nur ein Wurf mit zwei Blondchen
bekannt, aber die Zuchtbücher sind am 03.02.2026 noch nicht
online. Der DDC scheint seit 2022 keine Zuchtbücher mehr zu
veröffentlichen. Laut Zuchtbücher sind in 5 Jahren ganze 2!!!
Lemondalmatiner geboren worden.

Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass vor Jahrzehnten
mal der blonde "Lemon"labrador auf dem Prüfstand stand und als
nicht kranker als braun und schwarz bestanden hat. Als ich auf
der Suche nach dieser sehr alten Statistik war, fand ich eine
andere. Der braune Labrador (rezessiv vererbt wie beim braunen
Dalmatiner) wird aktuell durchschnittlich 2 Jahre weniger alt.
Der Hype auf braune Labradore hat zur Reinzucht der Farbe
geführt und dadurch die genetische Vielfalt derart verengt, dass
die Farbe nun den Hund krank macht. Man sollte auch beim
Dalmatiner reine Würfe in braun vermeiden, statt den blonden
Dalmatiner auszurotten. Jedes gesunde Gen ist erhaltenswert,
wenn man langfristig gesunde und langlebige Hunde haben möchte.
Deshalb sollte man Lemonträger aktiv in der zucht einsetzen und
das Gen erhalten. Es gibt keinen einzige Welpen in hellbraun, so
lange nur ein Elternteil Lemonträger ist. Es hat also keinen
Einfluss auf die Zuchttäauglichkeit. Meiden Sie als lemonfrei
beworbene Würfe, denn das ist kein Gutesiegel sondern ein
Genengpass. Wenn es nach mir ginge, würden rein braune Würfe in
Zukunft untersagt, damit die Schokonasen nicht dem negativen
Beispiel des braunen Labradors folgen.
Quelle: https://nationalgeographic.de/tiere/2019/03/warum-sterben-braune-labradore-frueher-als-ihre-artgenossen/
LUA / NUA / HUA (Harnsäuresystem)
Der Dalmatiner hat als eines der wenigen Säugetiere einen
Enzymmangel, der bewirkt, dass manche Probleme mit der Umwandlung
von Harnsäure in Harnstoff haben. Das führt zu besonders saurem
Urin. Eine Auswirkung kann verfärbtes Fell sein, da der Körper versucht, über die Haut zu entgiften. Man nennt das Dalmatiner-Bronzing-Syndrom, wobei die Fellverfärbung auch andere Ursachen haben kann.
Es kann jedoch auch zur Bildung von Uratsteinen führen, die Nieren- bzw. Blasensteine oder verstopfte Harnwege verursachen können. Wenn das Problem nicht erkannt und durch Ernährungsumstellung bekämpft wird, hilft manchmal nur noch ein künstlicher Harnausgang. Die Erkrankung ist nicht so häufig, wie manchmal behauptet wird. Die ständigen Warnungen besonders wichtiger "Dalmatinerexperten" führten schon Anfang der 90-er Jahre zu der Aussage eines auf Ernährung spezialisierten Tierarztes, dass gesunde Dalmatiner durch vorbeugende "Dalmatinerdiäten" zu sehr basischem Urin getrieben werden und daher nicht nur zu Uratsteinen (saures Milieu) sondern auch durch Anti-Uratdiäten zu Struvitsteinen (basisches Milieu) neigen. Man sollte also nur Hunde purinarm ernähren, die tatsächlich zu Uratsteinen neigen.
Um das Problem dauerhaft zu lösen, versuchte ein Amerikaner das Gen zu "korrigieren" und kreuzte vor ca. 2 Jahrzehnten einen Pointer ein. Da auch in Amerika kein Dalmatinerfreund scharf auf den pointer'schen Jagdtrieb war, hat man diese "verbesserten" Dalmatiner Anfangs abgelehnt. Heutzutage sind sie jedoch als Rassehunde anerkannt und auch in Deutschland werden sie hoch gehandelt. Angst vor Inzucht haben die Züchter trotz der noch geringen Zahl an LUA-Trägern keine. Da die LUA-Träger alle ursprünglich aus Amerika stammen, wurde vermutlich auch kein Augenmerk auf blaue Augen / Taubheit gelegt. Diese Sorgen überlässt man vermutlich den Käufern, die ohne finanzielle Interessen einfach nur einen gesunden Hund wollen und deshalb ohne viel nachzudenken gern mehr bezahlen für einen Hund ohne Uratsteinproblematik.
Es gibt einen Gentest, der belegt, ob ein Dalmatiner zu Uratsteinen neigt oder nicht. Leider hilft der Test nicht um festzustellen, ob ein Dalmatiner andere Pointereigenschaften übernommen hat oder nicht, ob er zu HD neigt oder zu Taubheit. Ein LUA- bzw. NUA-Dalmatiner soll angeblich keine Uratsteine bekommen. Ein HUA-Dalmatiner kann zu Uratsteinen neigen, jedoch ist das nur eine Neigung. So wie der Mensch bei zu viel Purin Gicht bekommen kann, weil ihm das Enzym zur Harnsäureumwandlung völlig fehlt, so kann der Dalmatiner Uratsteine bekommen, weil er einen EnzymMANGEL hat. Es muss jeder selbst entscheiden, ob er die Vorteile des LUA-Dalmatiners höher einschätzt als die möglichen Nachteile durch amerikanische Linien und mögliche Pointereigenschaften. Die Einkreuzung des Pointers ist viele Generationen her, doch wenn das LUA-Gen erhalten blieb, könnten sicher auch andere Teile des Ponters vorhanden sein. Doch auch wenn man einen HUA-Dalmatiner kauft, kann man heute nicht mehr sicher sein, dass er kein Nachfahre des Pointers ist.

